Zeitgenössisches Straßburg: Bahnhof, Malraux und Zaha Hadid

7 Min. Lesezeit

RoadMe-Reisender mit Holzzug vor einem interpretativen Bahnhof mit Glashülle und Steinfassade

Zeitgenössische Architektur in Straßburg lässt sich gut an alltäglichen Orten entdecken. Am Bahnhof bleibt das historische Gebäude hinter einer neuen Hülle sichtbar. Bei der Mediathek André Malraux erhält ein ehemaliger Hafenbau eine öffentliche Aufgabe. Am Terminal in Hœnheim wird die Bewegung selbst zum architektonischen Thema.

Diese Route verbindet den Bahnhof Strasbourg-Ville, die Médiathèque André Malraux und das multimodale Terminal von Hœnheim. Für Außenansichten, Fußwege, eine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln und eine Pause sollten Sie ungefähr vier bis fünf Stunden vorsehen. Das ist eine Planungsschätzung ohne Zeitmessung vor Ort. Die Rückfahrt von Hœnheim ins Zentrum, ein anschließender Zug und längere Innenbesichtigungen brauchen zusätzliche Zeit.

Einen Architekturtag mit einer Fahrt planen

Beginnen Sie auf dem Platz vor dem Bahnhof. Danach geht es zur Mediathek südöstlich der historischen Innenstadt und anschließend mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hœnheim-Gare im Norden. Die Strecke ist kein kleiner Rundgang zu Fuß. Der letzte Ort liegt in einer anderen Gemeinde des Straßburger Ballungsraums.

Mit RoadMe lässt sich eine persönliche Route oder eine ganze Reise nach Ihren Interessen an Architektur, Geschichte und Stadtspaziergängen bequemer ausarbeiten. Probieren Sie einen Tagesplan aus, der Reisedaten, Tempo, Budget und Wege zwischen den Orten berücksichtigt.

Die Grundidee konzentriert sich auf die Außenräume. Das Innere der Mediathek können Sie ergänzen, wenn sie geöffnet ist und genügend Zeit bleibt. Ein kurzer architektonischer Besuch eines genutzten Gebäudes bedeutet keinen freien Zugang zu sämtlichen Räumen oder Veranstaltungen.

Wenn danach ein Zug wartet, beurteilen Sie die Rückfahrt nicht allein nach der Entfernung auf der Karte. Hœnheim ist ein eigener Verkehrsabschnitt. Für wenige freie Stunden vor der Abfahrt eignet sich eher der Spaziergang vom Bahnhof und zurück.

Der Bahnhof: eine historische Fassade hinter Glas

Das historische Bahnhofsgebäude wurde 1883 eröffnet. Den Entwurf lieferte Johann Eduard Jacobsthal. Seine Architektur der Neorenaissance gehört zur deutschen Epoche der Straßburger Stadtentwicklung. Heute begegnet man diesem Bau zunächst durch eine wesentlich später ergänzte Schicht.

2007 entstand vor der Hauptfassade eine große konvexe Glashülle im Rahmen des Projekts von Jean-Marie Duthilleul und AREP. Zwischen transparenter Oberfläche und älterem Steinbau kam zusätzlicher Raum für Reisende und ihre Wege hinzu. Der historische Bau wurde dabei nicht einfach durch einen Neubau ersetzt.

Betrachten Sie das Ensemble zuerst vom Platz aus. Unterscheiden Sie die steinerne Fassade und das moderne Tragwerk, statt alles einem einzigen Baujahr zuzuordnen. Je nach Licht betonen Spiegelungen die Glasfläche oder lassen die ältere Architektur dahinter deutlicher hervortreten.

Wenn der verfügbare öffentliche Bereich den Eintritt erlaubt, vergleichen Sie die Wahrnehmung von außen und innerhalb des ergänzten Raums. Die alte Wand gehört weiterhin zu einem arbeitenden Bahnhof, erscheint nun aber in einer neuen räumlichen Beziehung. Diensträume und Bahnsteige sind keine notwendigen Stationen dieses Architekturausflugs.

RoadMe-Reisender zeichnet auf einer Bank neben einer interpretativen verglasten Bahnhofshülle

Was außer dem Glas zeitgenössisch ist

Interessant ist nicht nur das Material. Der Entwurf zeigt auch, wie sich zusätzlicher Raum für die Stadt schaffen lässt, während ein älteres Gebäude erkennbar bleibt. Neue Konstruktion, bestehende Fassade und Passagierströme werden miteinander in Beziehung gesetzt.

Wählen Sie für den ersten Blick eine Linie: die Krümmung der Hülle oder den Rhythmus der Metallelemente. Suchen Sie dahinter ein steinernes Fassadendetail. Der Vergleich dieser Maßstäbe macht verständlich, wie ein großer zeitgenössischer Eingriff die Wahrnehmung eines historischen Baus verändert.

Ein kleines Gedankenexperiment braucht kein Fachvokabular. Stellen Sie sich den Platz nur mit dem Steinbau vor und fügen Sie dann das Glas wieder hinzu. Wo entsteht eine neue Schwelle zwischen Stadt und Bahnhof? Das dient der Betrachtung des sichtbaren Entwurfs und ist keine Rekonstruktion der früheren Bahnhofsanlage.

Mit einer Begleitung können Sie vergleichen, was zuerst auffällt. Vielleicht interessieren Sie sich für die Reflexionen, während die andere Person alte Fenster durch das Tragwerk betrachtet. Unterschiedliche Beobachtungen sind hier nützlicher als die Suche nach einer einzigen richtigen Ansicht.

Bleiben Sie beim Fotografieren außerhalb der wichtigsten Laufwege, besonders mit Gepäck oder Kindern. Platz und Eingänge dienen täglich vielen Reisenden. Ein geeigneter Standort erlaubt eine Pause, ohne dass andere Menschen sich um die fotografierende Person herumdrängen müssen.

Richtung Malraux: den städtischen Zusammenhang wechseln

Die nächste Station steht am Austerlitz-Becken in einem ehemaligen Hafengebiet. Für eine gemütliche Verbindung vom Bahnhof durch verfügbare Stadtstraßen können Sie ungefähr 45 bis 60 Minuten zu Fuß einplanen. Diese Zeit ist ein Planungsrahmen und wurde nicht mit einer Stoppuhr überprüft.

Wenn so viel Gehen nicht zu Ihrem Tag passt, wählen Sie eine städtische Verkehrsverbindung für Ihr Reisedatum. Zusätzliche Sehenswürdigkeiten sind unterwegs keine Pflicht, nur weil die historische Innenstadt in der Nähe liegt. Der rote Faden bleibt das Verhältnis zwischen alter und neuer Architektur.

Beginnen Sie bei der Mediathek im zugänglichen öffentlichen Raum am Wasser. Der lang gezogene Baukörper und sein höherer Teil wirken anders als die transparente Bahnhofshülle. Die Geschichte der Veränderung setzt hier bei einer industriellen Struktur an, nicht bei einer repräsentativen Fassade für ankommende Reisende.

André Malraux: vom Hafenbau zur Bibliothek

Die Mediathek eröffnete 2008 in einem ehemaligen Hafenensemble am Seegmuller-Areal. Grundlage war ein Gebäude aus den 1930er-Jahren. Jean-Marc Ibos und Myrto Vitart übernahmen die Umgestaltung und bewahrten die Ausdruckskraft des langen industriellen Volumens.

In der Nähe blieben Umschlagkräne erhalten. Sie helfen, die frühere Aufgabe des Ortes zu verstehen, machen ihn aber nicht zu einem eingefrorenen Industriemuseum. Heute wird hier gelesen, gelernt und zusammengekommen. Die frühere Infrastruktur nimmt an einer anderen Form öffentlichen Lebens teil.

Suchen Sie die horizontalen Linien des Hauptkörpers und vergleichen Sie sie mit dem höheren Silovolumen. Betrachten Sie anschließend das Verhältnis von Bau, Wasser und freiem Raum. Dafür müssen Sie nicht jeden Lesesaal betreten oder alle Etagen nacheinander abgehen.

Weiterbauen bedeutet nicht, alles unverändert zu lassen. Eine neue Nutzung verlangt Anpassungen. Spannend ist deshalb auch, welche Eigenschaften nach dem Umbau noch verständlich bleiben. Material, Länge und Silhouette bieten hier einen guten Einstieg in die Betrachtung.

RoadMe-Reisender mit Buch am Becken vor einer interpretativen Hafenbibliothek mit Kran

Das Innere der Mediathek als mögliche Ergänzung

Prüfen Sie den ausgewählten Tag, denn die Mediathek hat Schließtage und unterschiedliche Öffnungszeiten. Innen kommen Betonstruktur, Metall und Leseräume als weitere Eindrücke hinzu. Gleichzeitig besuchen Sie eine öffentliche Einrichtung, in der Menschen eine ruhige Umgebung zum Arbeiten und Lesen benötigen.

Gehen Sie nicht davon aus, dass jede Etage und jede besondere Sammlung jederzeit unter denselben Bedingungen zugänglich ist. Einzelne Räume, Veranstaltungen und Angebote können eigene Regeln haben. Für den Architekturspaziergang genügen die freigegebenen öffentlichen Bereiche. Eine zufällig offene Diensttür ist kein Hinweis auf einen erlaubten Besichtigungsweg.

Ist die Bibliothek geschlossen, bleibt die äußere Station für das Thema Umnutzung sinnvoll. Lage, Silhouette und Verbindung zum früheren Hafen sind weiterhin zu betrachten. Eine Fassade allein ersetzt allerdings keine Erfahrung des Innenraums. Planen Sie einen späteren Besuch, wenn gerade dieser Aspekt Sie besonders interessiert.

Die Fahrt nach Hœnheim als eigener Programmpunkt

Jetzt wechselt die Richtung. Hœnheim liegt nördlich von Straßburg. Hadids Terminal befindet sich an Hœnheim-Gare, das von der Straßenbahnlinie B bedient wird. Ab der Mediathek suchen Sie im CTS-Planer eine tatsächliche Verbindung für Ihren Tag und Ihre Uhrzeit.

Erwarten Sie nicht automatisch eine direkte Linie B von jeder nahe gelegenen Haltestelle. Fußweg und möglicher Umstieg hängen von der gewählten Verbindung ab. Prüfen Sie vor dem Losfahren außerdem die Verkehrsmeldungen des Betreibers. Der normale Netzplan schließt vorübergehende Änderungen nicht aus.

Bewahren Sie einen Zeitpuffer für die Rückfahrt. Wenn der Tag bereits lang geworden ist, kann der Besuch des Terminals ein separater Architekturausflug werden. Eine weiter entfernte Station lässt sich nicht mit den Gehzeiten zwischen zwei benachbarten Gebäuden der Innenstadt berechnen.

Zaha Hadids Terminal: Architektur aus Bewegung

Das Projekt Hœnheim-Nord stammt aus den Jahren 1998 bis 2001. 2003 erhielt es den Preis der Europäischen Union für zeitgenössische Architektur – Mies van der Rohe Award. Trotzdem stehen Sie vor alltäglicher Verkehrsinfrastruktur und nicht vor einem repräsentativen Kulturpalast.

Zaha Hadid arbeitete mit den Bewegungen von Straßenbahnen, Bussen, Autos, Fahrrädern und Fußgängern. Ihre Richtungen wirken an der Organisation von Oberflächen, Stützen und Schutzdach mit. Betrachten Sie deshalb die Beziehungen zwischen den Elementen und nicht nur eine isolierte Ansicht.

Das Betondach erinnert an ein gefaltetes Blatt. Geneigte Stützen und schmale Lichtöffnungen verleihen der unbeweglichen Konstruktion Dynamik. Sogar die Linien der Parkflächen gehören zum größeren Entwurf, während der Ort weiterhin gewöhnliche Verkehrsaufgaben erfüllt.

Beginnen Sie auf einem vorgesehenen Fußgängerweg und betrachten Sie Dach, Stützen und Boden gemeinsam. Verändern Sie dann Ihren sicheren Standort ein wenig. Wie Linien sich decken und wieder auseinanderlaufen, wird durch diese Bewegung deutlicher als auf einer einzigen frontalen Aufnahme.

RoadMe-Reisender hält ein Papiermodell vor einem interpretativen kantigen Verkehrsdach aus Beton

Genutzte Infrastruktur aufmerksam betrachten

Das Terminal ist keine abgeschlossene Ausstellung, in der Besucher jeden beliebigen Standort besetzen können. Bleiben Sie auf den Fußwegen. Für ein Foto müssen Sie weder eine Fahrgasse des Parkplatzes noch Gleise oder eine Busspur betreten.

Beobachten Sie, wie jemand zwischen Verkehrsmitteln wechselt. Dieser alltägliche Vorgang erklärt die Funktion des Raums: Schutz, Oberfläche und Richtung begleiten den Übergang. Die Architektur wird verständlicher, wenn ihre Nutzung im Bild bleibt.

Machen Sie die gesamte Besichtigung nicht von einer abendlichen Beleuchtung abhängig. Licht und Bedingungen verändern sich; schon am Tag sind Faltungen, Neigungen und Rhythmus erkennbar. Verkehrszeiten bedeuten außerdem keine Zusage, sämtliche Bereiche zu jeder Tageszeit frei besichtigen zu können.

Drei Arten, eine Stadt weiterzubauen

Der Bahnhof ergänzt eine transparente Schicht. Die Mediathek verändert die Aufgabe einer industriellen Struktur. Das Terminal entwirft ein Feld von Bewegungen. So lässt sich zeitgenössische Architektur umfassender verstehen als nur über ungewöhnliche äußere Formen.

Behalten Sie einen Vergleich im Gedächtnis: Stein und Glas, frühere Warenbewegung und heutiges Lesen oder ruhender Beton und wahrgenommene Dynamik. Für eine Fortsetzung mit Innenräumen und Kunstwerken eignet sich der Spaziergang von der Aubette 1928 zum MAMCS.

Das Programm den eigenen Interessen anpassen

Überlegen Sie zuerst, wie viel Zeit Sie für Fahrten verwenden möchten. Interessiert Sie die Umwandlung alter Gebäude, bleiben Sie länger am Bahnhof und bei Malraux. Für Architektur aus Bewegung bewahren Sie Energie und Tageslicht für Hœnheim.

Probieren Sie aus, die gesamte Reise in RoadMe zu planen. Die App hilft bei einem persönlichen Programm nach Interessen und Tempo, damit Architektur, Spaziergänge und Erholung bequemer zusammenpassen.

Die Außenstationen selbst verlangen keine Museumstickets, doch Verkehrsmittel, Cafés und ergänzende Besuche verursachen eigene Ausgaben. Prüfen Sie passende Reisebedingungen und den Zugang zu benötigten öffentlichen Bereichen. Lassen Sie am Ende genug Spielraum für die nächste Etappe Ihrer Reise und die Rückfahrt aus Hœnheim.