Kunst in Straßburg: Spaziergang zu Skulpturen und Brunnen

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RoadMe-Reisender betrachtet eine interpretative Figur auf einer geneigten Achse zum Himmel

Kunst begegnet Ihnen in Straßburg auch außerhalb der Museen. Sie lässt eine menschliche Figur über einem Einkaufsplatz in den Himmel gehen, wendet den Passanten zwei Gesichter zu und bewahrt eine Stadtgeschichte im Relief eines Brunnens. Für diese Begegnungen brauchen Sie einen Spaziergang und die Bereitschaft, nach oben zu schauen, den Standort zu wechseln und kleine Dinge wahrzunehmen.

Die Route verbindet vier Orte aus dem Stadtkatalog: Woman Walking to the Sky bei Les Halles, den Janusbrunnen nahe der Place Broglie, den Meiselocker auf der Place Saint-Étienne und den Zürcher Brunnen in der Krutenau. Rechnen Sie mit ungefähr zwei Stunden für Wege und ruhige Aufenthalte. Das ist eine Planungsschätzung ohne Zeitmessung vor Ort; Anfahrt, Rückweg und eine Mahlzeit kommen hinzu.

Einen Spaziergang zwischen vier Werken planen

Beginnen Sie bei Les Halles, gehen Sie weiter in Richtung Broglie und anschließend zur Place Saint-Étienne. Die letzte Station liegt auf der Place du Pont-aux-Chats in der Krutenau. Die Abfolge führt von einer großen zeitgenössischen Geste zu kleineren Werken mit eigenen Geschichten.

Mit RoadMe wird aus Ihrem Interesse an Kunst viel bequemer ein persönlicher Spaziergang oder eine ganze Reise. Die App hilft, einen Plan nach Interessen, Reisedaten, Tempo und Budget auszuarbeiten, mit Zeit für genau die Orte, die Sie näher betrachten möchten.

Der Kern der Route besteht aus Betrachtungen im Freien und braucht keinen Museumseintritt. Öffentliche Räume verändern sich allerdings durch Veranstaltungen, Baustellen oder Absperrungen. Nutzen Sie die jeweils verfügbaren öffentlichen Wege und beachten Sie die Situation bei Ihrer Ankunft.

Dieser Kunstspaziergang umfasst unterschiedliche Zeiten und Formen. Es geht um Skulpturen und Brunnen, um Figuren im Raum, Symbole, kleine Handlungen und städtische Erinnerung. Vorkenntnisse über Kunstrichtungen sind dafür nicht erforderlich. Beginnen Sie mit dem, was Sie selbst sehen.

Woman Walking to the Sky: zuerst nach oben schauen

Suchen Sie bei Les Halles nach einer langen schrägen Stange, die sich vom Boden zum Himmel erstreckt. Auf ihr scheint eine Frau zu gehen. Jonathan Borofsky schuf das Werk 1994; der englische Titel beschreibt die ungewöhnliche Handlung unmittelbar.

Die Konstruktion verbindet bemalten Stahl mit einer mehrfarbigen Figur aus Glasfaser. Die Angabe von 25 Metern bezieht sich auf die geneigte Achse und nicht auf die Größe der Frau. Dieser Unterschied ist wichtig: Die Wirkung entsteht durch das Verhältnis des vergleichsweise kleinen menschlichen Körpers zu einer viel größeren Richtung im Raum.

Betrachten Sie das Werk zuerst aus etwas Abstand. Vor dem Himmel wird die Bewegung erkennbar, bevor Einzelheiten der Kleidung auffallen. Wechseln Sie dann leicht Ihren Standort auf einer sicheren Fußgängerfläche. Neigung und Figur wirken nun anders zueinander. Für einen Fotowinkel sollten Sie weder Fahrbahn noch Gleise betreten.

Das Werk gehört zur Sammlung des Straßburger Museums für moderne und zeitgenössische Kunst, steht aber im Stadtraum. Eine Sammlung begegnet hier Menschen zwischen Einkäufen, Verkehrsmitteln und Verabredungen. Die erste Begegnung setzt keinen Besuch in einem Ausstellungsraum voraus.

RoadMe-Reisender mit Fächer vor einem interpretativen Janusbrunnen am Fuß von Ziegelbögen

Bewegung in einer unbewegten Figur finden

Fragen Sie sich kurz, was den Eindruck eines Schrittes erzeugt. Die Haltung der Beine, der Körper und die Linie unter den Füßen arbeiten zusammen. Auch ohne Erklärung des Künstlers lässt sich erkennen, dass die Person einen Weg fortzusetzen scheint, statt lediglich hoch oben zu stehen.

Besprechen Sie mit einer Begleitung ein passendes Wort: Zuversicht, Leichtigkeit, Risiko oder Traum. Das sind persönliche Wahrnehmungen, keine einzig gültige Deutung. Eine eigene erste Beschreibung kann die Begegnung stärker in Erinnerung halten als das sofortige Lesen sämtlicher Angaben.

Sie müssen nicht jede entfernte Einzelheit auflösen. Das Werk nutzt gerade Abstand und Größenverhältnis. Ein alltäglicher menschlicher Schritt verändert seinen Charakter, sobald aus der vertrauten Waagerechten der Stadt eine Linie zum Himmel wird.

Am Janusbrunnen beide Seiten betrachten

Die nächste Station ist der Janusbrunnen nahe der Place Broglie, auch als Geburt der Zivilisation bekannt. Tomi Ungerer gestaltete ihn 1988 zum zweitausendjährigen Jubiläum Straßburgs. Ein modernes Werk verwendet hier Formen, die an eine wesentlich weiter zurückliegende Zeit erinnern.

Die Ziegelkonstruktion ruft das Bild eines römischen Aquädukts auf; der Bronzekopf besitzt zwei Gesichter. Die Bögen sind eine moderne künstlerische Anspielung auf die römischen Ursprünge der Stadt. Sie sind kein erhaltenes antikes Bauwerk. Mit dieser Unterscheidung lässt sich der historische Bezug genießen, ohne ihn mit Archäologie zu verwechseln.

Janus eröffnet Gedanken an Vergangenheit und Zukunft sowie an das Verhältnis des Elsass zur französischen und deutschen Kultur. Für eine erste Annäherung reicht dieser Hintergrund. Kehren Sie dann zum sichtbaren Werk zurück: Wie verbinden sich Kopf, Bögen und umgebendes Wasser zu einer Komposition?

Wenn die öffentlichen Durchgänge frei sind, wechseln Sie die Seite. Ein Gesicht zeigt nur einen Teil des Werks. Dafür müssen Sie sich weder über eine Absperrung lehnen noch ins Becken steigen. Entscheidend ist ein anderer Blickwinkel, nicht die größtmögliche Nähe.

Eine moderne Form neben einem historischen Platz

Nach der Höhe bei Les Halles folgt der Blick nun der Waagerechten der Bögen und zwei entgegengesetzten Blickrichtungen. Der Wechsel verhindert vier gleichförmige Aufenthalte, bei denen lediglich Jahreszahlen gelesen werden. Jedes Werk bietet eine eigene Art der Begegnung.

Beobachten Sie, wie eine alt wirkende Form in einem heutigen Stadtraum steht. Ungerer hat keinen echten Teil Roms hierher versetzt. Er schuf ein Bild, das Vorbeigehende schnell erkennen können und über das sie trotzdem länger nachdenken dürfen.

Wenn Sie die Umgebung gesondert verstehen möchten, merken Sie sich den Spaziergang über die Plätze der Altstadt. Hier bleibt der Brunnen eine Kunststation; die Geschichte sämtlicher Nachbargebäude wäre ein eigener Ausflug.

RoadMe-Reisender mit Bleistift und Skizzenbuch neben einer interpretativen Bronzefigur mit Flöte und Käfig

Meiselocker: kleine Flöte und Käfig entdecken

Gehen Sie anschließend zur Place Saint-Étienne. Der Meiselocker-Brunnen hat einen anderen Maßstab: Seine kleine Figur wird durch die Gegenstände in den Händen zum handelnden Charakter. Der Name bezieht sich auf das Anlocken von Meisen.

Der bronzene Junge hält eine kleine Flöte und einen Käfig. Diese Attribute erklären die Handlung genauer als der Name allein. Suchen Sie sie zunächst selbst. Musik gehört dadurch zur Geschichte, obwohl die Skulptur selbstverständlich keine hörbare Darbietung verspricht.

Das Werk entstand 1910 und wurde 1929 in Straßburg aufgestellt; es wird Ernest Weber zugeschrieben. Die beiden Daten zeigen, dass Kunst im öffentlichen Raum eine eigene Biografie besitzt. Entstehung und Ankunft am heutigen Standort müssen nicht im selben Jahr liegen.

Vergleichen Sie diese Figur mit der ersten Station. Dort wurde ein menschlicher Körper fast zum Zeichen vor dem Himmel. Hier machen kleine Gegenstände aus der Figur einen Teilnehmer an einer bestimmten Handlung. Der Spaziergang wechselt von der großen Geste zur kleinen Erzählung.

Ein einfaches Beobachtungsspiel mit Kindern

Lassen Sie ein Kind die Werke zunächst ohne Jahreszahlen beschreiben: Eine Frau geht nach oben, ein Kopf blickt in zwei Richtungen, ein Junge hält ein Instrument. Ergänzen Sie danach einen Namen oder eine kurze Erklärung. So bleibt Platz für eigene Beobachtungen.

Eine Frage genügt für den Vergleich: Welches Werk versteht man aus der Ferne, welches möchte man näher anschauen? Der Meiselocker muss weder eine Suche nach echten Vögeln noch die Erwartung einer Aufführung auslösen. Die Geschichte steckt bereits in wenigen Details.

Wenn die Aufmerksamkeit nachlässt, machen Sie vor dem nächsten Wegstück eine Pause. Vier bewusst wahrgenommene Bilder geben mehr als eine lange Liste von Namen. Das Spiel erfordert weder Berühren noch Klettern oder Sitzen auf einer Skulptur.

Der Zürcher Brunnen: Boot, Gedicht und Freundschaft

Das letzte Wegstück führt zur Place du Pont-aux-Chats in der Krutenau. Der 1884 aufgestellte Zürcher Brunnen erinnert an die Freundschaft zwischen Straßburg und Zürich. Er bewahrt eine Erzählung darüber, wie rasch Verbündete einander helfen könnten.

Der überlieferten Geschichte nach reisten Zürcher 1576 auf dem Wasser nach Straßburg und führten einen Topf Hirsebrei mit. Bei der Ankunft soll der Brei noch warm gewesen sein. Damit wollten sie die Geschwindigkeit ihrer Fahrt zur verbündeten Stadt zeigen. Verstehen Sie die Wärme als anschaulichen Bestandteil der Erzählung und nicht als überprüfte Temperaturmessung.

Zum Brunnen gehören eine Büste von Johann Fischart, der die Reise in einem Gedicht erzählte, und ein Relief aus vergoldeter Bronze. Finden Sie zuerst das größere menschliche Bild und danach das erzählerische Detail. Wenig Hintergrund verändert bereits den Blick auf eine geschmückte Oberfläche.

Der Abschluss in der Krutenau bietet einen Anlass, das Viertel später gesondert zu erkunden. Dafür eignet sich der Spaziergang durch die Krutenau. Rechnen Sie diese zusätzliche Route nicht automatisch in die ursprünglichen zwei Stunden hinein.

RoadMe-Reisender hält ein Papierboot vor einem interpretativen Brunnen mit Büste und goldenem Bootsrelief

Was die vier Begegnungen verbindet

Erinnern Sie sich anhand von Handlungen: nach oben schauen, die Seite wechseln, Gegenstände finden, eine Geschichte lesen. Das bleibt oft leichter im Gedächtnis als Namen und Jahreszahlen. Kunst wird auf diese Weise durch ganz gewöhnliche Bewegungen in der Stadt zugänglich.

Auch die Geschichten unterscheiden sich. Borofsky zeigt einen ungewöhnlichen Schritt, Janus ein mehrdeutiges Symbol, der Meiselocker eine kleine Handlung und der Zürcher Brunnen die Verbindung zweier Städte. Die Stationen verlangen keine einheitliche Gefühlsreaktion.

Wählen Sie ein Werk, zu dem Sie zurückkehren möchten, und nennen Sie einen Grund. Es muss nicht das größte sein. Ihre Vorliebe kann den weiteren Aufenthalt prägen: mehr zeitgenössische Formen, Stadtgeschichte, kleine Details oder eine längere Runde zu Fuß.

Material und Umgebung bewusst vergleichen

Achten Sie zusätzlich auf jeweils eine Eigenschaft der Oberfläche: Farbe, Glanz oder Schatten. Dafür müssen Sie keinen Werkstoff allein mit dem Auge bestimmen. Schon ein paar Schritte Abstand zeigen, wie eine Kontur oder ein Relief auf Licht reagiert.

Ein Gesamtbild und ein ausgewähltes Detail können als Erinnerung genügen. Das erste zeigt die Beziehung zum Platz, das zweite Ihren persönlichen Blick. Sie brauchen nicht an jedem Werk dieselbe Reihe von Fotos; unterschiedliche Größen verlangen unterschiedliche Entfernungen.

Kunst in den eigenen Tag einbauen

Trockenes, helles Wetter erleichtert das Betrachten; das genaue Licht hängt von der Jahreszeit ab. Starker Regen kann die Aufenthalte verkürzen. Auch laufende Wasserstrahlen sind nicht garantiert. Die Skulpturen behalten ihren Sinn, wenn das Wasser stillsteht.

Planen Sie Ihren nächsten Tag mit RoadMe. Die App hilft, eine persönliche Reise rund um die Kunst und Stadtgeschichten auszuarbeiten, die Sie interessieren. So lassen sich Spaziergänge, Erholung und verfügbare Zeit bequemer zu einer Route in Ihrem eigenen Rhythmus verbinden.

Die Grundroute besteht aus Außenansichten ohne Museumsbillet. Verkehrsmittel, Café und separate Besichtigungen planen Sie nach Ihren Wünschen. Das Wasser dekorativer Brunnen ist nicht automatisch Trinkwasser; der geeignete Zugang ergibt sich aus den Bedingungen vor Ort.

Stecken Sie zwischen den Stationen das Telefon weg, sobald die nächste Richtung feststeht. Kunst teilt den Raum mit Fahrrädern, Verkehr und alltäglichen Begegnungen. Fotografieren Sie von einer freien Fußgängerfläche aus, ohne anderen den Weg zu versperren.

Lassen Sie den Abschluss offen: Eine Pause in der Krutenau kann die Runde beenden oder den nächsten Teil des Tages einleiten. Vier unterschiedliche Begegnungen haben bereits gezeigt, auf wie verschiedene Weise Kunst in einer Stadt gegenwärtig sein kann.