Elefant, Bienen und Schildkröten: Roms Tierfiguren entdecken

7 Min. Lesezeit

Ein Reisender am Tisch mit kleinen Figuren von Elefant, Schildkröte und Biene

Rom besitzt kleine tierische Hauptdarsteller, für die Sie nicht gleich den ganzen Tagesplan ändern müssen. Ein Elefant trägt einen Obelisken, Bienen sitzen unter einer Muschel, Schildkröten erreichen den Rand einer Schale. Wer nach ihnen schaut, entdeckt auch zwischen einer großen Sehenswürdigkeit und dem Mittagessen einen eigenen Anlass zum Verweilen.

Vier Begegnungen stehen zur Wahl: der Elefant auf der Piazza della Minerva, der Bienenbrunnen, der Schildkrötenbrunnen und der Froschbrunnen. Wählen Sie die Station, die zu Ihrem bestehenden Tag passt. Es sind einzelne Beobachtungen in verschiedenen Stadtteilen und keine verpflichtende Runde durch einen steinernen Zoo.

Einem Detail zwanzig Minuten geben

Planen Sie ungefähr zwanzig Minuten ein, sobald Sie bereits auf dem ausgewählten Platz sind. Die ersten fünf dienen der Orientierung und der Suche nach einem passenden Standort im Fußgängerbereich. Zehn Minuten bleiben für ein Detail: eine Haltung, ein Material oder die Beziehung zwischen Tier und Gesamtaufbau. Die letzten fünf sind für eine Notiz, eine kurze Pause und den nächsten Entschluss gedacht.

Das ist ein redaktioneller Zeitvorschlag für einen Aufenthalt, keine gemessene Gehzeit. Der Weg vom Hotel, Fahrten, Mittagessen und Rückkehr kommen hinzu. Vier solche Stopps ergeben deshalb keinen Spaziergang von achtzig Minuten durch Rom. Die Entfernungen dazwischen gehören dazu; besonders die Frösche stehen außerhalb des historischen Zentrums.

Wenn diese Pause in einen persönlichen Plan für die gesamte Reise passen soll, probieren Sie RoadMe: Die App berücksichtigt Reisedaten, Interessen, Tempo und Budget. So lässt sich der Tag bequemer nach Ihren Vorlieben gestalten, mit Zeit zum genauen Hinschauen.

Den Elefanten wählen Sie, wenn Ihr Tag Sie ohnehin in die Nähe des Pantheons führt. Für Schildkröten eignet sich die Piazza Mattei, für Bienen die Piazza Barberini am Beginn der Via Vittorio Veneto. Die Frösche auf der Piazza Mincio passen zu einem Tag in Coppedè, weniger zu einem hastigen Umweg zwischen zwei Museen im Zentrum.

Der Minerva-Elefant verbindet zwei Epochen

Der Elefant wirkt sofort sympathisch, doch schauen Sie über seinen Gesichtsausdruck hinaus. Der Obelisk aus rotem Granit auf seinem Rücken ist ein Werk des alten Ägypten. Das tragende Tier gehört dagegen zum römischen Barock. Hier wurde keine vollständige Skulptur aus Ägypten hergebracht; Rom verband Teile unterschiedlichen Alters zu einem neuen Denkmal.

Der Obelisk stammt aus dem sechsten Jahrhundert vor Christus und wurde 1665 in Rom wiederentdeckt. Der Elefant entstand 1667 nach einem Entwurf von Gian Lorenzo Bernini, ausgeführt von Ercole Ferrata, unter Papst Alexander VII. Entwurf und Ausführung zu unterscheiden würdigt beide Künstler, statt jede bearbeitete Fläche automatisch dem bekannteren Namen zuzuschreiben.

Betrachten Sie zuerst den Umriss: Eine schlanke Senkrechte erhebt sich über einem schweren Körper. Danach kommen das Tuch und die Stütze unter dem Bauch. Die lebendige Wirkung hebt das konstruktive Problem des Steintragens nicht auf. Zu sehen, wie aus einer tragenden Konstruktion ein Bild wird, bietet mehr als die Suche nach dem lustigsten Fotowinkel.

Die Inschrift verbindet Stärke mit der Fähigkeit, Weisheit zu tragen. Das ist ein sinnvoller Ausgangspunkt für die Deutung dieses konkreten Denkmals. Daraus entsteht jedoch kein allgemeines Wörterbuch, in dem jeder römische Elefant dasselbe bedeutet oder jede Biegung eines Rüssels eine geheime Botschaft enthält.

Vielleicht begegnen Ihnen der Beiname Pulcino della Minerva und farbige Erzählungen über die Absichten des Künstlers. Eine Geschichte persönlicher Rache ist zum Verständnis nicht nötig. Der Unterschied zwischen antikem Obelisken und barocker Stütze bleibt bereits im Gedächtnis. Eine reizvolle Anekdote ist etwas anderes als eine nachgewiesene Erklärung der Gestaltung.

Ein Reisender mit gerollter Skizze betrachtet Minerva-Elefant und Obelisk

Die Barberini-Bienen verweisen auf den Auftraggeber

Der Bienenbrunnen steht an der Ecke der Piazza Barberini zur Via Vittorio Veneto. Statt eines hohen Schauspiels zeigt er eine geöffnete zweiteilige Muschel. Die untere Hälfte bildet ein Becken, die andere steht fast senkrecht. Suchen Sie drei kleine Bienen am Fuß dieser oberen Muschel, nicht etwa riesige Insekten auf der Spitze.

Bernini entwarf den Brunnen 1644 als öffentliche Tränke nahe dem größeren Tritonenbrunnen. Die Bienen sind das Wappenzeichen der Familie Barberini, zu der Papst Urban VIII. gehörte. Das Tier hilft hier, den Auftrag zu verstehen: Ein Familienzeichen wurde Teil einer nützlichen städtischen Einrichtung und verbindet Gebrauch mit der Erinnerung an den Förderer.

Schauen Sie zunächst auf die Muschelform und entdecken Sie dann die kleinen Körper. Ihre bescheidene Größe zeigt, wie viel ein unscheinbares Detail über einen Auftraggeber sagen kann. Sie müssen dafür weder sämtliche römischen Wappen lernen noch einen ganzen Stammbaum verfolgen. Ein einziges erkanntes Zeichen genügt, um diese Gestaltung anders wahrzunehmen.

Ein zweiter Unterschied ist wichtig. Der heutige Brunnen ist kein vollständig unangetastetes Objekt aus dem siebzehnten Jahrhundert. Ursprünglich befand er sich an der Ecke des Palazzo Soderini zur Via Sistina. Er wurde 1865 zerlegt und 1915–1916 am jetzigen Ort rekonstruiert. Nur Fragmente der mittleren Biene und der Muschelpartie unter ihr stammen noch vom ursprünglichen Werk.

Diese Geschichte wirft eine Frage auf: Was bewahrt eine Stadt beim Wiederaufbau — Material, Form, Entwurf oder Erinnerung? Sie müssen die Diskussion während der Pause nicht abschließen. Trennen Sie einfach das Alter der Idee vom Alter jedes sichtbaren Steins. Die historische Funktion als Tränke ist außerdem keine heutige Empfehlung, aus einem dekorativen Becken zu trinken.

Die Schildkröten kamen erst später dazu

Auf der Piazza Mattei ziehen zunächst die bronzenen jungen Männer und die breite obere Schale den Blick auf sich. Die Schildkröten sitzen an deren Rand. Diese Reihenfolge beim Schauen hilft: Wer nur die Tiere aus dem Brunnennamen sucht, übersieht leicht, wie sehr menschliche Figuren, Delfine und Muscheln den Aufbau bestimmen.

Der Brunnen entstand 1581–1588 nach einem Entwurf von Giacomo della Porta mit Skulpturen von Taddeo Landini. Die vier Schildkröten wurden während der Restaurierung von 1658–1659 unter Papst Alexander VII. ergänzt. Der vertraute Name beschreibt somit eine Phase im Leben des Denkmals und nicht seine gesamte ursprüngliche Konzeption.

Traditionell werden die Schildkröten Bernini zugeschrieben; dieser Vorbehalt gehört ausdrücklich zur Aussage. Den ganzen Brunnen als Werk Berninis zu bezeichnen, verdrängt zwei andere Künstler und macht aus einer Zuschreibung Gewissheit. Die Unterscheidung zeigt eine Stadt, die verschiedene Generationen ergänzten, statt eine vollständige Kulisse aus der Hand eines einzigen berühmten Mannes.

Folgen Sie von einem geeigneten öffentlichen Standort einer erhobenen Hand zur oberen Schale. Entdecken Sie eine Schildkröte und vergleichen Sie ihren kleinen Panzer mit den großen Muscheln weiter unten. Dafür müssen Sie weder auf einen Rand steigen noch sich über das Wasser lehnen oder jede Figur fotografieren. Die bequem sichtbare Seite reicht aus.

Fragen Sie Ihre Begleitung, was sich ohne die später hinzugefügten Tiere an der Wirkung ändern würde. Dafür gibt es keine einzige richtige persönliche Antwort. Manche bemerken die Spannung einer Geste, andere den Größenunterschied. Ein verlässlicher historischer Unterschied wird zum Anlass des Betrachtens, statt zu einer Prüfung, wie viele Künstlernamen Sie behalten haben.

Ein Reisender hält ein Fernglas vor dem Schildkrötenbrunnen auf der Piazza Mattei

Die Frösche von Coppedè gehören zum neueren Rom

Der Froschbrunnen steht auf der Piazza Mincio in Coppedè, nordöstlich des historischen Zentrums. Seine üppigen Formen mögen an das ältere Rom erinnern, doch er ist ein Werk des zwanzigsten Jahrhunderts. Gino Coppedè entwarf ihn 1920; gebaut wurde er 1924, eingeweiht 1927. Diese Daten bezeichnen unterschiedliche Schritte und sind nicht beliebig austauschbar.

Es gibt zwölf Frösche: acht am Rand der oberen Schale und weitere vier auf den unteren Muschelgruppen. Betreten Sie nicht die Fahrbahn, um alle abzuzählen. Bereits der Unterschied zwischen oberer Reihe und unteren Gruppen erklärt den Aufbau, selbst wenn Sie von Ihrem Standort nur einen Teil der Tiere erkennen können.

Vergleichen Sie den Brunnen gedanklich mit den Schildkröten, statt daraus eine Pflicht zum Durchqueren der ganzen Stadt zu machen. In beiden Werken beleben kleine Wesen den Rand einer Schale. Umgebung, Materialien und Gesamtcharakter unterscheiden sich trotzdem. Ein gemeinsames Motiv macht die Brunnen weder gleich alt noch alle Tierfiguren zu Trägern derselben Symbolik.

Bei dieser Wahl kommt es besonders auf den übrigen Tag an. Interessiert Sie die fantasievolle Architektur von Coppedè, bilden die Frösche einen natürlichen Schwerpunkt im Viertel. Stehen schon Pantheon und Piazza Mattei fest, kann der entfernte Brunnen einen entspannten Tag in eine Folge von Fahrten verwandeln. Ein Thema interessant zu finden verpflichtet nicht dazu, es auf einmal vollständig abzuarbeiten.

Für einen Tag mit ungewöhnlicher Architektur können Sie in RoadMe einen persönlichen Reiseplan nach Daten, Interessen, Tempo und Budget vorbereiten. Die Planung des gesamten Aufenthalts in der App erleichtert es, diesem Viertel genügend Zeit zu geben und es mit Ihren anderen Vorhaben zu verbinden.
Ein Reisender zeichnet neben der oberen Schale des Froschbrunnens in Coppedè

Mit Kindern schauen oder selbst anders sehen

Schlagen Sie einem Kind eine einzelne Beobachtung vor, keine kunsthistorische Prüfung. Vergleichen Sie das Gewicht des Elefanten mit dem schmalen Stein darüber, suchen Sie das kleine Familienzeichen der Bienen oder entdecken Sie die erhobenen Hände unter den Schildkröten. Sobald das Interesse nachlässt, dürfen Sie weitergehen. Zwanzig Minuten sind kein vorgeschriebenes Minimum.

Erwachsene können fragen, welches Detail dem jeweiligen Werk seine Identität gibt. Trennen Sie Sichtbares, historisch Belegtes und persönliche Eindrücke. Einen Panzer zu sehen, von der späteren Ergänzung der Schildkröten zu wissen und den Brunnen verspielt zu finden sind unterschiedliche Aussagen. Zusammen ergeben sie ein gutes Gespräch, solange Tatsache und Interpretation erkennbar bleiben.

Eine kurze Notiz hält eine Form, einen Namen und eine offene Frage fest. Sie müssen nicht neben jedem Denkmal dasselbe Foto machen. Manchmal hilft es, die Kamera wegzulegen, damit das Auge die Größenverhältnisse erfasst. Auch eine kleine Bewegung innerhalb des erlaubten Fußgängerbereichs kann zeigen, wie sich die Komposition verändert.

Eine Zeichnung darf ganz einfach sein: die Senkrechte des Obelisken über dem breiten Rücken oder die Beziehung zwischen Schildkröte und Hand. Es geht um Aufmerksamkeit, nicht um künstlerische Leistung. Wenige Linien im eigenen Notizbuch genügen. Dafür ist kein Kontakt mit dem Denkmal nötig, und die Beobachtung bleibt vollständig Ihre eigene.

Entscheiden, was heute in den Plan gehört

Alle vier Vorschläge betreffen Denkmäler auf öffentlichen Plätzen. Innenbesichtigungen von Kirchen, Palästen oder Museen sind nicht enthalten. Für das Betrachten vom öffentlichen Fußgängerbereich brauchen Sie keine Eintrittskarte. Dadurch werden weder benachbarte Gebäude kostenlos, noch sind fließendes Wasser oder ein leerer Platz garantiert. Absperrungen wegen Pflegearbeiten können den Blick verändern.

Steigen Sie nicht auf Skulpturen oder Beckenränder, berühren Sie die Figuren nicht und bleiben Sie außerhalb des Wassers. Lassen Sie Platz zum Vorbeigehen und beachten Sie den Verkehr. Pflaster und Bordsteine verdienen Aufmerksamkeit. Ein naher Blick bedeutet nicht automatisch einen stufenlosen Zugang. Ist ein Standort eng oder unpraktisch, verkürzen Sie den Aufenthalt.

Für heute genügt ein Unterschied: antiker Obelisk und barocker Elefant, Wappenbienen und Rekonstruktion, spätere Schildkröten oder Frösche aus dem zwanzigsten Jahrhundert. Dann wird ein vertrauter Platz mehr als der Zwischenraum zweier großer Sehenswürdigkeiten. Er wird zu einem Ort, den Sie wirklich betrachtet haben und bei der Rückkehr wiedererkennen.