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# Tomi Ungerer in Straßburg: Museum und Janusbrunnen
- URL: https://roadme.io/blog/de/strassburg-tomi-ungerer-museum-janusbrunnen-spaziergang-de/
- Published: 2026-10-22T04:23:45.000Z
- Updated: 2026-10-22T04:23:45.000Z
- Author: RoadMe
- Tags: #de, Reiserouten, #strasbourg

Tomi Ungerer hinterließ Straßburg mehrere Möglichkeiten, die Welt zu betrachten. Im Kinderbuch entwickelte er Figuren durch Haltung und Umriss, in der Werbung zielte er auf eine schnelle Reaktion, in der Satire veränderte er die Bedeutung vertrauter Dinge. Der Janusbrunnen überträgt eine ähnlich klare und vieldeutige Bildidee in den öffentlichen Raum.

Diese Runde verbindet zwei Stationen: das Museum in der Villa Greiner und den Brunnen nahe der Place Broglie. Planen Sie etwa zwei bis zweieinhalb Stunden ein, davon ungefähr 60 bis 90 Minuten im Museum sowie Weg und Pause. Die Dauer ist eine Planungsschätzung ohne Messung vor Ort; Anfahrt, Rückweg und eine Mahlzeit kommen hinzu.

## Vom gezeichneten Bild zum Stadtsymbol gehen

Beginnen Sie im Musée Tomi Ungerer – Centre international de l'Illustration, 2 Avenue de la Marseillaise. Anschließend führen verfügbare öffentliche Wege zum Janusbrunnen bei Broglie im Square Markos Botzaris. Zuerst die Zeichnungen kennenzulernen gibt dem Werk im Freien einen reicheren Zusammenhang.

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Die Route ist kein vollständiger biografischer Weg zu sämtlichen Häusern und Adressen. Sie vergleicht zwei Formen der Gegenwart des Künstlers: Originalzeichnungen in wechselnder Präsentation und ein Werk im Stadtraum. Für den ersten Besuch schafft diese Auswahl einen überschaubaren Schwerpunkt.

Falls das Museum am gewünschten Tag geschlossen ist, wird die Außenrunde kürzer und anders. Eine Fassade ersetzt keine Sammlung. Ist Illustration Ihr Hauptinteresse, verschieben Sie den Innenbesuch auf einen bestätigten Termin und betrachten den Brunnen gesondert.

## Warum Ungerer für Straßburg wichtig ist

Der Künstler wurde 1931 in Straßburg geboren. Seine internationale Laufbahn umfasste mehrere Länder und grafische Arbeitsbereiche. Die Verbindung zur Geburtsstadt blieb jedoch nicht bloß Erinnerung: Seit 1975 schenkte er ihr Werke, die später eine Grundlage des Museums bildeten.

Das Museum wurde 2007 eröffnet. Sein vollständiger Name bezeichnet es zugleich als internationales Zentrum für Illustration. Ungerer steht damit in einem größeren Gespräch über Bücher, Plakate, Zeichnungen und andere Künstler, statt allein als berühmter Name gewürdigt zu werden.

Die Straßburger Geschichte des Druckens und der Grafik erklärt diesen Zusammenhang. Gustave Doré ist eine weitere wichtige Persönlichkeit der Stadt. An der Kunstgewerbeschule entstand 1975 eine bekannte Illustrationswerkstatt. Das war ein eigenes Ereignis, unabhängig vom Beginn der Schenkungen im selben Jahr.

## Villa Greiner: eine Begegnung im kleineren Maßstab

Das Museum befindet sich in einer Villa des 19\. Jahrhunderts nahe dem Übergang zwischen Altstadt und Neustadt. Ihr wohnlicher Maßstab unterscheidet sich von einem monumentalen Museumspalast. Für Kunst auf kleinen Blättern hilft diese Umgebung beim Wechsel vom Stadtbild zu Linie, Haltung und Einzelheit.

Betrachten Sie das Gebäude vor dem Eingang als Ganzes, leiten Sie daraus aber keine Lebensgeschichte ab. Die Villa beherbergt die Sammlung. Sie bedeutet nicht, dass Ungerer sein gesamtes Leben in diesem Haus verbracht hätte.

Für die umgebende Architektur merken Sie sich den [Spaziergang durch die Neustadt](https://roadme.io/blog/de/strassburg-neustadt-spaziergang-universitaet-de/). Hier bildet das Viertel den Rahmen der Begegnung mit Illustration, ohne eine weitere lange Gebäudeliste anzuhängen.

![RoadMe-Reisender sitzt mit Buch auf einem Klapphocker in einer interpretativen Galerie abstrakter Zeichnungen](https://roadme.io/blog/content/images/2026/10/roadme-image-4396.webp)

## Warum eine bekannte Zeichnung gerade fehlen kann

Die Sammlung enthält Tausende Zeichnungen, doch nicht alle sind gleichzeitig ausgestellt. Papier reagiert empfindlich auf Licht. Deshalb wechseln die Präsentationen aus Gründen der Erhaltung. Kommen Sie mit Neugier auf die Arbeitsweise, statt den Besuch von einem einzigen erwarteten Bild abhängig zu machen.

Zum aktuellen Rundgang können andere Illustratoren und zeitweilige Projekte gehören. Der Museumsname bedeutet nicht, dass jedes Blatt in jedem Raum von Ungerer stammt. Beachten Sie Urheberschaft und kurze Erläuterung, besonders beim Übergang zwischen Ausstellungsbereichen.

Prüfen Sie vorher das Programm. Wenn ein bestimmtes Original wichtig ist, fragen Sie nach seiner gegenwärtigen Präsentation. Die Bekanntheit eines Buchs garantiert keine Ausstellung seiner Zeichnungen. Vor Ort lohnt sich die Auswahl einiger Werke, statt alles mit derselben Eile anzusehen.

## Eine Buchillustration aufmerksam betrachten

Beginnen Sie mit einer Figur. Was sagt ihre Haltung, wo liegen die Hände und wie groß erscheint der Körper? Betrachten Sie danach den Raum ringsum. Eine kleine Linie oder eine freie Stelle kann die Handlung ebenso verändern wie eine ausführliche Landschaft.

Ungerer ist unter anderem durch Die drei Räuber bekannt. Ein vertrauter Titel bietet einen Einstieg, ohne die gesamte Handlung vor einer Vitrine nacherzählen zu müssen. Interessanter ist, wie Umriss, Kontrast und Beziehungen zwischen Figuren die Geschichte im Bild erzeugen.

Falls ein Text zur Zeichnung gehört, schauen Sie zuerst und lesen danach. Ergänzen sich beide, oder entsteht eine überraschende Abweichung? Diese Frage macht Illustration als eigenständige künstlerische Entscheidung sichtbar, statt nur als Schmuck einer Buchseite.

## Werbung und Satire anders lesen

Ein Plakat soll rasch Aufmerksamkeit gewinnen. Eine satirische Zeichnung kann sofort verständlich wirken und dann dazu bringen, die erste Reaktion zu überdenken. Beide nutzen grafische Klarheit anders als eine Folge von Seiten im Kinderbuch.

Wählen Sie ein Werk und benennen Sie, was zuerst auffiel: Gegenstand, Gesicht, große Farbfläche oder ungewöhnliche Verbindung. Suchen Sie danach die Einzelheit, die den Sinn verändert. Dafür müssen Sie weder vorher zustimmen noch eine einzig erlaubte Reaktion finden.

Ungerer schuf auch Collagen und Objekte aus alltäglichen Materialien. Vertraute Dinge können dabei eine neue Aufgabe erhalten. Dieser Wechsel vom flachen Bild zum Gegenstand bereitet den Blick auf die nächste Station vor, an der eine Bildidee einen Platz in der Stadt einnimmt.

![RoadMe-Reisender hält einen gelben Papiervogel auf einer Bank neben Papier und geschlossener Schere](https://roadme.io/blog/content/images/2026/10/roadme-image-4397.webp)

## Die Aufmerksamkeit beim ersten Besuch verteilen

Gehen Sie zunächst ruhig durch den verfügbaren Ausstellungsbereich und wählen Sie einige Arbeiten, zu denen Sie zurückkehren möchten. Der erste Blick vermittelt Vielfalt; beim zweiten werden Einzelheiten sichtbar, die im dauernden Wechsel zwischen Rahmen leicht verloren gehen.

Vergleichen Sie zwei Werke anhand einer Frage: Blickrichtung, Hände oder Verhältnis zwischen Figur und leerem Raum. Biografie, Technik, Handlung und Veröffentlichungsgeschichte müssen nicht gleichzeitig erschlossen werden. Eine klare Frage schafft mehr Aufmerksamkeit und weniger das Gefühl, etwas zu versäumen.

Mit einer Begleitung kann jeder ein Blatt auswählen und den Grund nennen. Verschiedene Antworten verlangen keinen Streit um die richtige Lesart. Sie zeigen vielmehr, wie dieselbe Ausstellung mehrere persönliche Zugänge ermöglicht.

## Den Familienbesuch nach dem aktuellen Angebot wählen

Das Museum beschränkt sich nicht auf Kinderbücher. Zu Ungerers Werk gehören gesellschaftliche Satire und erotische Zeichnungen; der Inhalt hängt von der jeweiligen Präsentation ab. Fragen Sie das Personal nach passenden Bereichen für Ihre Familie, statt denselben Rundgang für jedes Alter vorauszusetzen.

Für einen kurzen Familienbesuch genügen einige Bilder mit verständlicher Handlung. Fragen Sie, wohin eine Figur schaut oder was als Nächstes passieren könnte. Lassen Sie das Kind zuerst antworten und ergänzen dann die Information vom Schild.

Ein Workshop ist nicht garantiert, weil er einmal im Programm stand. Organisierte Angebote haben eigene Termine und Bedingungen. Selbstständiges Betrachten und die Teilnahme an einer Veranstaltung brauchen unterschiedliche Planung.

## Das Museum verlassen und den Abstand ändern

Machen Sie nach der Konzentration auf kleine Blätter eine kurze Pause. Draußen nimmt das Auge wieder Entfernungen, Bewegung und benachbarte Gebäude wahr. Dieser Übergang gehört zum Spaziergang: Auf konzentriertes Lesen folgt eine Begegnung im öffentlichen Alltag.

Überlegen Sie auf dem Weg Richtung Broglie, welches Mittel in Erinnerung blieb: ein starker Umriss, ein verwandelter Gegenstand oder ein mehrdeutiges Bild. Suchen Sie keine wörtlichen Kopien der Zeichnungen in jeder Fassade. Der Brunnen hat einen eigenen Maßstab und eigene Materialien.

Nutzen Sie verfügbare öffentliche Wege und beachten Sie die örtliche Situation. Hat der Museumsbesuch länger gedauert, kann der Außenabschnitt kürzer werden. Zwei ergiebige Begegnungen verlangen nicht, den gesamten Zwischenraum mit weiteren Sehenswürdigkeiten zu füllen.

## Der Janusbrunnen: eine Bildidee wird öffentlich

Der Brunnen, auch Geburt der Zivilisation genannt, entstand 1988 zum zweitausendjährigen Jubiläum Straßburgs. Idee und Zeichnung stammen von Ungerer; Bildhauer Denis Roth und Architekt Paul Ziegler wirkten an der Umsetzung mit. Das Stadtwerk entstand als Zusammenarbeit.

Die Ziegelkonstruktion erinnert an einen Aquädukt, der Bronzekopf besitzt zwei Gesichter. Es handelt sich um einen modernen Bezug zur römischen Vergangenheit, nicht um eine erhaltene antike Wasserleitung. Der Kopf steht unten im Becken vor den Bögen.

Janus verweist auf Vergangenheit und Zukunft sowie auf französische und deutsche Kulturwelten im Elsass. Eine komplizierte Geschichte wird zu einem klaren Bild, ohne sich in einer einzigen einfachen Erklärung zu erschöpfen.

Wenn öffentliche Durchgänge frei sind, wechseln Sie den Standort und finden beide Gesichter. Nach den Zeichnungen bekommt diese Bewegung besonderen Sinn: Das Werk lässt sich nicht vollständig von einer festen Position lesen. Bleiben Sie außerhalb des Beckens; laufende Wasserstrahlen sind nicht garantiert.

![RoadMe-Reisender betrachtet einen interpretativen Januskopf im Becken am Fuß von Ziegelbögen](https://roadme.io/blog/content/images/2026/10/roadme-image-4398.webp)

## Museum und Brunnen miteinander vergleichen

Auf Papier bestimmt der Künstler den Bildrahmen. Auf einem Platz kommen Entfernung, Wetter und vorbeigehende Menschen hinzu. Sie wählen Ihre Position und kehren von einer anderen Seite zu einem bereits bemerkten Detail zurück.

Die grundlegende Aufgabe bleibt ähnlich: ein schnell erkennbares Bild zu schaffen, das weiteres Nachdenken erlaubt. Im Museum kann eine Geste den Schlüssel geben, am Brunnen sind es zwei entgegengesetzte Profile. Ein einfacher erster Eindruck kann mehrere Ebenen enthalten.

Für weitere Kunst im Freien eignet sich der [Straßburger Spaziergang zu Skulpturen und Brunnen](https://roadme.io/blog/de/strassburg-kunst-skulpturen-brunnen-spaziergang-de/). Bewahren Sie ihn als eigene Idee auf und berücksichtigen den schon besuchten Janus, statt den Tag vollständig zu wiederholen.

## Platz für das eigene Tempo lassen

Prüfen Sie den Museumstag vorab: wöchentlicher Ruhetag, Feiertagsausnahmen und Mittagspause an Werktagen sind zu beachten. Der letzte Ticketverkauf ist nicht der Beginn einer vollständigen Besichtigung. Planen Sie keine Stunde vor Zeichnungen unmittelbar vor dem Schließen.

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Für den Innenbesuch ist ein Museumsticket erforderlich; prüfen Sie Bedingungen und mögliche Ermäßigungen für Ihren Termin. Der Brunnen ist eine gesonderte öffentliche Station. Erkundigen Sie sich auch nach dem Zugang zu den gewünschten Räumen und dem passenden Weg für Ihre konkreten Bedürfnisse.

Schließen Sie mit einer eigenen Beobachtung: Welches Bild ließ Sie verweilen und warum? Museum und Brunnen werden so zu zwei Begegnungen mit einem Künstler, der vertraute Formen in einen Anlass zum erneuten Hinsehen verwandeln konnte.